Jägerausbildung in der Steiermark

Wer sich entschlossen hat, die Jagdprüfung zu machen, dem stellen sich heutzutage bereits nach einer kurzen Recherche einige wichtige Fragen. Dieser Blog soll dem angehenden Jungjäger behilflich sein, sich im Dschungel der Jagdkursanbieter besser orientieren zu können.

 

5-Punkte-Check für die Jagdkursanmeldung

 

Punkt 1:  Wer ist mein Vis a Vis - ein Jagdkursveranstalter oder ein Jagdkursorganisator?

 

Als erstes müssen Sie sich im klaren sein, wer Ihr Vis-a-Vis ist. 

Ist dies ein Kursorganisator (Kursvermittler) oder ein Kursveranstalter? Kursorganisatoren sind nur Kursvermittler, die gegen Provision Sie an einen Kursveranstalter weiter vermitteln. Der Kursveranstalter ist Ihr tatsächlicher Vertragspartner.

Es gibt Organisationen, die gegen eine indirekte Vermittlungsprovision Sie zu einem Kursveranstalter vermitteln. Die Vermittlungsprovision enthält u. a. auch den Mitgliedsbeitrag zu diesem Vermittlungsverein - quasi eine Zwangsmitgliedschaft. Von diesem Kursorganisator (Vermittlungsverein) werden Sie dann an den Kursveranstalter vermittelt. Dieser Kursveranstalter ist bezüglich Jagdkurs Ihr tatsächlicher Vertragspartner. Die Kursveranstalter sind meist Firmen (Ges.b.R.), Einzelunternehmer oder andere Vereine. Lassen Sie sich nicht von Vereinslogos auf Informationsblättern oder Anmeldeformularen täuschen. Auch werben mittlerweile Kursveranstalter (Firmen, etc.) mit dem Slogen "unter der Patronanz des Steirischen...". Wenn Sie sich nicht sicher sind, wer Ihr Vertragspartner (Kursveranstalter) ist, so lassen Sie sich eine Rechnung über den Kursbeitrag geben. Damit wissen Sie auch, wem tatsächlich Ihr Kursbeitrag zufließt und wer Ihr Vertragspartner ist. Außerdem können Sie der Faktura auch entnehmen, ob Ihr Vertragspartner Ust-pflichtig ist und Sie gegebenenfalls auch eine Vorsteuer geltend machen können.

 

Punkt 2: Der Vergleich macht mich sicher! Wie viele Ausbildungsstunden erhalte ich für mein Geld?


Wenn Sie das Kursangebot von verschiedenen Kursanbietern vergleichen werden Sie durchwegs große Differenzen finden. Vergleichen Sie vorerst das Stundenvolumen der Kurse. Wie viele theoretische Einheiten werden angeboten? Vergleichen Sie auch wie viele Stunden für die praktische Ausbildung angeboten werden. Diesbezüglich gibt es gravierende Unterschiede. Manche Kursveranstalter bieten nur zwei bis drei praktische Veranstaltungen an, bei anderen finden Sie ein umfangreiches praktisches Programm. Vergleichen Sie auch das Stundenvolumen der Schießausbildung!


Punkt 3: Vergleichen Sie die Teilnehmerlimits!


Natürlich können Kursveranstalter Kurse mit sehr hohen Teilnehmerlimits günstiger anbieten, wie Kurse mit niedrigem Teilnehmerlimit.


Punkt 4: Der Vergleich macht mich sicher! Was ist alles im Kursbeitrag inkludiert?


Vergleichen Sie genau, was alles im Kursbeitrag inkludiert ist. Die größten Posten sind hierbei die Schießkosten. Falls die Schießkosten inkludiert sind erkundigen Sie sich in welchem Umfang dies ist. Auch hier gibt es große Unterschiede. Sind die Lernunterlagen und die Prüfungsfragenkataloge ebenfalls inkludiert? Was inkludiert der Kurspreis noch? 


Punkt 5: Wie kompetent sind die Referenten?


Auch hier gibt es große Unterschiede!
Erkundigen Sie sich bei Jägern oder machen Sie sich über das Internet schlau!


Viel Erfolg bei Ihrer Jägerprüfung

wünscht Ihnen

Werner Ch. Leitner


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Jagdprüfung Graz und Graz-Umgebung

Nach monatelanger Ausbildung im Rahmen der Jagdkurse (Jungjägerkurse), mit umfangreicher Schießausbildung und Revierpraxis steht der angehende Jungjäger kurz vor seinem Ziel - der Jagdprüfung...

Die steirischen Jagdprüfungen für Jungjäger werden in der Steirischen Jungjägerprüfungsverordnung geregelt.

Demzufolge liegt die Zuständigkeit für die Abnahme der Jagdprüfung bei der jeweiligen Verwaltungsbehörde des Wohnsitzes vom Kandidaten.

Die Jungjägerprüfung besteht aus einem praktischen und theoretischen Teil.

Der praktische Teil ist die Schießprüfung, die in der Regel vor dem theoretischem Teil stattfindet. Die Schießprüfung erfolgt mit einem schalenwildgerechten Großkaliber - und zwar sitzend aufgelegt - auf eine lebensgroße Rehwildscheibe. Hierbei werden drei Schüsse abgegeben. Weiters sind 10 gerade geworfene Wurfscheiben mit der Flinte zu beschießen. Der Anschlag ist dabei frei wählbar.

Der theoretische Teil ist eine mündliche Prüfung vor einer vierköpfigen Prüfungskommission. Neben dem rechtskundigen Vorsitzenden der Verwaltungsbehörde gehört dieser Kommission noch der Bezirksjägermeister und ein Sachkundiger aus dem land- und forstwirtschaftlichen Bereich, sowie ein Aufsichtsjäger an.

Der Prüfungsmodus bei der mündlichen Prüfung unterscheidet sich in Graz von dem in Graz-Umgebung.

In Graz sitzen vier bis sechs Prüfungskandidaten der Kommission rund zwei bis drei Stunden zwecks Abnahme der Prüfung gegenüber.

In Graz-Umgebung sitzt der Prüfungskandidat zwischen 20 und 30 Minuten alleine einem Prüfer gegenüber. Dies wiederholt sich insgesamt dreimal - bis man alle vier Stationen durchlaufen hat. Insgesamt liegt damit die Prüfungszeit bei 90 bis 120 Minuten pro Kandidat.

Nach bestandener Prüfung erhaltet der Kandidat ein Prüfungszeugnis, dass ihm in der Folge ermöglicht die erste Jagdkarte zu lösen.


Noch weitere Fragen?  Du erreichst mich unter office@lehrprinz.at!

Viel Erfolg bei Deiner Prüfung!

Werner Ch. Leitner


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Altersbestimmung mittels Zahnschliff

von Werner Ch. Leitner

Bild: Altersschätzung bei Reh- und Rotwild - ein Fach in der Jägerausbildung im Jagdkurs Graz (Fa. Siegert - Steirischer Jagdschutzverein Graz - Mag. Niiernberger, Robert Siegert, Roland Wachter)
Wie alt ist er wirklich? Die Zahnschliffmethode kann uns weiterhelfen!

Altersbestimmung mittels Zahnschliffmethode bei Reh- und Rotwild

Aufgrund des Unterkieferstatus ist eine Altersschätzung – mit Ausnahme der Altersschätzung nach der Zahnentwicklung, die nur bei jugendlichen Stücken möglich ist – ungenau.

 

Vor allem bei älteren Stücken können sich die dadurch erzielten Ergebnisse oft um mehrere Jahre vom tatsächlichen Alter unterscheiden. Während die exakte Altersbestimmung bei Rehwild überwiegend von wissenschaftlichem Interesse ist, ist diese bei Rotwild auch von hohem praktischen Wert.

 

Die gängigste und nach heutigem Wissensstand als exakt anerkannte Methode ist die Altersbestimmung nach der Ersatzzementmethode nach Mitchell (1963). Bei dieser Methode werden die jährlich stattfindenden Zahnzementanlagerungen zwischen den beiden Zahnwurzeln des M1 durch einen Zahnschnitt oder durch einen Zahnschliff dargestellt. Während für einen Zahnschnitt Spezialsägen notwendig sind, die normalerweise aus Kostengründen nur wissenschaftlichen Institutionen zur Verfügung stehen, liefert die Zahnschliffmethode, die nach einigen Übungen auch für den kundigen Jäger möglich ist, exakte Ergebnisse. Nachfolgend wird diese Methode beschrieben.

 

An Utensilien für die Herstellung eines Zahnschliffes benötigt man eine feine Metallsäge, einen kleinen Hammer und Meißel, eine Schleifmaschine mit einer Schleifscheibe, einen Handschleifstein und eine ca. 8-fache Lupe.

 

Herstellung des Präparates


Vorerst wird mittels der Metallsäge vor und hinter dem M1 ein Sägeschnitt geführt, der bei Rehwildunterkiefern ca. einen Zentimeter, bei Rotwildunterkiefern ca. zwei Zentimeter in das Knochengewebe führt. Mit dem längs zum Kiefer angesetzten Meißel wird nun dieser Knochenkeil herausgeschlagen und danach der M1 herausgelöst. Der so gewonnene Zahn wird nun durch ein längsseitiges Anpressen an die Schleifscheibe bis kurz (ca. einen Millimeter) vor dem höchsten Punkt der zwischen den Wurzeln angelagerten Zementzubil-dung beschliffen. Der letzte Millimeter bis zur höchsten Erhebung der Zementzubildung wird mit dem Handschleifstein abgetragen.

 

Beurteilung der Ersatzzementzonen

 

Die Ersatzzementzubildung hebt im Laufe der Jahre den durch die Äsungsaufnahme und durch die Wiederkautätigkeit abgenutzten Zahn aus seinem Zahnfach, wodurch der Höhenabnahme des Zahnes durch den Abrieb teilweise entgegengewirkt wird. Die Ersatzzubildungen werden, dem variierenden Stoffwechsel im Winter und Sommer entsprechend, in unterschiedlicher Dichte und Stärke angelagert. Die breiteren hellen Zonen werden als „Sommerzonen“, die schmäleren dunklen Zonen als „Winterzonen“ bezeichnet. Zur Beurteilung des Alters werden die Sommerzonen gezählt. Bei Rotwild errechnet sich das Alter aus der Anzahl der Sommerzonen + 1, da im ersten Lebensjahr noch keine Sommerzone ausgebildet wird. Bei Rehwild errechnet sich das Alter aus der Anzahl der Sommerzonen, da bereits im ersten Lebensjahr eine Sommerzone gebildet wird.

Bild: Altersschätzung beim Reh- und Rotwild - eine Prüfungsfrage bei der steirischen Jägerprüfung
Altersbestimmung mittels Ersatzzementmethode nach Mitchell (1963). Dazu wird der M1 verwendet. Zur Beurteilung werden die Sommerzonen abgezählt. Rotwild: Anzahl der Sommerzonen + 1 - Rehwild: Anzahl der Sommerzonen
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Werner Ch. Leitner

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Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr

von Mf Werner Ch. Leitner

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“, ein altes Sprichwort, das im Jagdhundewesen mindestens die gleich große Bedeutung besitzt wie bei der Erziehung unserer Menschenkinder.

Noch vor wenigen Jahrzehnten waren namhafte Hundefachleute der Meinung, dass der Hund sich in seinem ersten Lebensjahr frei entwickeln können muss. Keine För-derung oder Erziehung sollte den Hund in seiner Entfaltung stören. Frei und unbekümmert konnten die Junghunde ihr Triebleben voll entfalten. Nach solch einer Hundejugend, die zwar für die rein physische Entwicklung des Hundes sicherlich von großem Wert war, kam dann die Zeit der Dressur. Koralle und Peitsche, Elektroimpulsgeräte und diverse Instrumente mehr gehörten zum Abrichtungsalltag der Parvorce- und Zwangsabrichtung. Nur Starkzwang bis hin zum Elektroimpuls konnte solch „vorbereitete Hetzer“ in die richtigen Bahnen lenken. Die hartgesottenen und wesensfestesten Hunde hielten die Torturen der Parforcedressur aus, alle anderen blieben auf der Strecke.

 

Man möchte glauben, dass all diese Dinge längst der Vergangenheit angehören. Im Gespräch mit einer Vielzahl von „Problemhundebesitzern“ musste ich mich jedoch im Laufe der Jahre eines Besseren belehren lassen. Verzweifelte Jagdhundebesitzer erzählen, dass sie mehrfach von „erfahrenen Hundeführern“ viele Tipps und Tricks erhalten haben. Abenteuerliche Dressurmethoden werden an den Erstlingsführer weitergegeben. Fast alle beinhalten den Ratschlag, den Hund im ersten Lebensjahr mehr oder weniger sich selbst zu überlassen, so nach dem Motto, „auch der Hund muss seine Jugend genießen können“. Das jämmerliche Ergebnis dieser Stammtischweisheiten sieht man dann leider allzu oft auf unseren herbstlichen Treibjagden herumlaufen.

 

Die Gründe für diese Situation in der Jagdhundeausbildung sind vielfältig. Obwohl es eine Fülle von hervorragender Hundeliteratur gibt, halten sich die Hundeführer leider noch allzu oft an märchenhaft klingende Ratschläge. Außerdem ist es, namentlich für den Erstlingsführer, außerordentlich schwierig, das gelesene Wort aus guter Literatur in die Tat richtig umzusetzen. Kurse zur Junghundeerziehung werden noch zu selten angeboten und wenn, dann meist nur zum sozialen Kontakt der Welpen und mit geringer Effizienz. Zudem mangelt es oft auch an geeigneten Revieren für solche Vorhaben.

 

Die Erziehungsarbeit ist den einzelnen Entwicklungsstufen des Hundes angepasst und beginnt praktisch kurz nach seiner Geburt. Je nach Tätigkeitsmerkmalen unterscheidet die Kynologie drei Lernabschnitte:

Die Prägung, die Erziehung, und die Abrichtung, wobei die ersten zwei Lernabschnitte wohl die elementarsten für den richtigen Aufbau des Hundes sind. In der Folge seien anhand der drei Lernabschnitte der Aufbau und die Arbeit unserer Hunde geschildert. 

Die Prägung

In den ersten sieben Lebenswochen durchläuft der Hundewelpe drei Entwicklungsstufen – nämlich die vegetative Phase (1. und 2. Lebenswoche), die Übergangsphase (3. Lebenswoche) und die Prägungsphase (4. bis 7. Lebenswoche).

Gleich unmittelbar nach der Geburt sollten die Welpen gewogen werden und die angeborenen Verhaltensweisen beobachtet und notiert. Erbkoordinationen wie Saugen, Milchtritt, Pendelbewegungen mit dem Kopf, Lautäußerungen etc. und das Geburtsgewicht sind hierbei wichtige Parameter. Die tägliche Gewichtskontrolle wird bis zur 5. Lebenswoche fortgesetzt. Sie gibt Aufschluss über den Gesundheitszustand des einzelnen Welpen beziehungsweise des gesamten Wurfes und zeigt auch den Zufütterungsbeginn an.

 

Weiters werden die Welpen in der Übergangsphase, in der sie zu sehen und riechen beginnen, mit alltäglichen Geräuschen konfrontiert. Mittels Tonband werden die Welpen täglich ca. zwei Stunden einer möglichst umweltnahen Geräuschkulisse (Autohupe, Schreie, Schüsse Rasenmäherlärm etc.) ausgesetzt. Die Welpen, die in diesem Alter keinerlei Angstreaktionen kennen, sind somit schon frühest an alltägliche Geräusche gewöhnt.

 

Mit der Prägungsphase (4. bis 7. Lebenswoche) beginnt die schwierigste Zeit für den verantwortungsbewussten Züchter. Wie Nobelpreisträger Konrad Lorenz anhand seiner Prägungsversuche mit Gänsen zeigte, ist diese Phase wohl der elementarste Lebensabschnitt. Zwar ist die Prägung unserer Hunde nicht so endgültig und irreversibel wie etwa bei Vögeln, weshalb man auch bei Hunden besser von einer prägungsähnlichen Phase sprechen sollte, doch ist eine falsche Behandlung der Welpen in dieser Zeit – und damit eine Fehlprägung – nie mehr völlig rückgängig zu machen. Die Sinnesleistungen der Welpen sind mit Beginn dieses Lernabschnittes gut entwickelt – Neugierde und Lerntrieb kennzeichnen jetzt das Welpenleben. Soziale Verhaltensweisen wie Drohgebärden, Mundwinkelstoß, Schwanzwedeln, Pföt-chengeben etc. sind immer häufiger zu beobachten. In dieser Zeit muss der Welpe täglichen Berührungs-kontakt mit verschiedenen Menschen verschiedenen Geschlechts und Alters haben. Fehlt den Welpen dieser Kontakt, werden sie zeitlebens dem Menschen gegenüber scheu bleiben.

Bild: Jagdhundezucht - ein Fach bei den Vorbereitungskursen für die Jägerprüfung in Graz
Labradorwelpen in der fünften Lebenswoche: das Sozialverhalten unter den Welpen ist schon ausgeprägt.

Weiters ist ihnen eine möglichst optimale Umwelt anzubieten. Großer Auslauf mit verschiedensten Boden-strukturen (Wiese, Beton, Sand, Holz, Metallgitter etc.) und verschiedensten Gegenstände aus verschiedensten Materialien müssen den Welpen zur Verfügung stehen. Auf keinen Fall dürfen sie in einer übermäßig beschützten oder sogar isolierten und reizarmen Umwelt (leere Räume etc.) aufwachsen. Folge einer Aufzucht in falscher Umgebung ist unter anderem die sogenannte „Zwingerscheue“, die Angst vor jedem unbekannten Gegenstand in fremder Umgebung. Außerdem würde auch die geistige Entwicklung der Welpen dadurch beeinträchtigt. Im ungehemmten Spiel mit Wurfgeschwistern und Menschen soll der Welpe sich täglich bis zur freiwilligen Erschöpfung bewegen können.

Bild: Jagdhundezucht - Ein Vortragsfach bei den Jagdkursen Graz
Im Rahen der Umweltprägung sollen die Welpen auch das Element "Wasser" kennenlernen
Bild: Jagdhundezucht - ein Prüfungsfach bei der Jägerprüfung Graz
Der tägliche Berührungskontakt mit verschiedenen Menschen ist wesentlich für die korrekte Prägung

Für den Züchter gilt es nun, den Spürtrieb und den Beute- und Bringtrieb systematisch zu fördern, denn ein Großteil der späteren „ernsten Arbeit“ des Vollgebrauchshundes baut unter anderem auf diesen Trieben auf.

Die Spürtriebförderung wird bei mir über den im Ernährungstrieb wurzelnden Sättigungsdrang des Welpen auf der Futterschleppe durchgeführt. (Erst in höherem Alter könnte eine Spürtriebförderung über den Beute- oder auch Meutetrieb erfolgen.) Zu diesem Zweck wird anfangs eine ungefähr fünf Meter lange, geradlinige Futterschleppe mit einem faustgroßen Fleisch- oder Pansenstück gelegt, an deren Ende sich die Futterschüssel befindet. Zur Fütterungszeit werden mehrere Welpen zugleich am Beginn der Minischleppe angesetzt und man kann bereits jetzt unterschiedliche Verhaltensweisen und Veranlagungen feststellen. Bei täglicher Übung können diese Schleppen zunehmend länger werden, sodass am Ende der Prägungsphase manche Welpen gut zwanzig Schritt lange Schleppen erfolgreich arbeiten.

 

Der Beute- und Bringtrieb wird durch das Beutefangspiel gefördert. An einem ca. zwei Meter langen Bindfaden wird ein kleines Balgknäuel o. ä. gebunden. Mit ruckartigen Bewegungen wird diese „Beute“ vor den zuvor in spielerische Erregung gebrachten Welpen durch die Wiese gezogen. Die Mutigsten aus dem Wurf werden sich bald auf den Balgknäuel stürzen und ihn zu fassen versuchen. Man überlasse ihnen anfangs gleich den Gegenstand, sodass sie ihre erkämpfte Beute stolz herumtragen können. Die etwas unsicheren Welpen, die anfangs dem ganzen Treiben nur zusahen, werden – bedingt durch den Beuteneid – schon nach wenigen solcher Übungen sich mutig am Kampf um die Beute beteiligen.

Bild: Jagdhundeabrichtung - ein Prüfungsgegenstand bei der Jägerprüfung in der Steiermark
Am Ende der Prägungsphase können bereits kleine "Apportierübungen" gemacht werden

Nicht nur der Züchter sollte in den ersten Lebenswochen um seine Welpen besorgt sein, sondern auch der zukünftige Käufer muss die Prägungsphase nützen, um möglichst oft mit seinem Welpen Kontakt aufzunehmen. Der Welpe sollte von der achten Lebenswoche an von Mutter und Geschwistern zeitweise getrennt werden und – wenn es die örtliche Entfernung zwischen Züchter und Käufer zulässt – sein späteres Zuhause bereits kennenlernen. Welpen, die nach oben beschriebenem Verfahren behandelt wurden, sind am Ende der Prägung furchtlos, interessiert und kontaktfreudig, was für den weiteren Aufbau von entscheidender Bedeutung sein wird. 

Die Erziehung

Dieser zweite Lernabschnitt bei der Abführung des Hundes wird von zwei wichtigen Ereignissen bestimmt. Zum Ersten wird zu dieser Zeit der Welpe an den Käufer abgegeben und somit von Mutterhündin und Geschwistern getrennt. Zum Zweiten beginnt mit diesem Abschnitt die autoritäre Belehrung des Welpen.

 

Der Lebensabschnitt der Erziehung wird durch drei Entwicklungsstufen bestimmt – nämlich die Sozialisie-rungsphase (8. bis 12. Lebenswoche), die Rangordnungsphase (13. bis 16. Lebenswoche) und die Rudelordnungsphase (5. und 6. Lebensmonat).

 

Die Sozialisierungsphase wird dadurch charakterisiert, dass die Welpen durch den Besitzer, wie in der Natur durch den Vaterrüden, eine zunehmend straffere Disziplinierung erfahren. Diese ist sehr wichtig, weil – und jetzt darf ich den bekannten deutschen Kynologen Manfred Müller zitieren – „Weite und Umfang der sozialen Partner-schaft zwischen uns und dem Hund eben jetzt, in der Sozialisierungsphase, unwiderruflich geprägt werden und zeitlebens auf fast alle Eigenschaften des Hundes einwirken.“ Für die Praxis heißt das, dass wir autoritär und kompromisslos, aber ohne dabei übermäßig streng zu sein dem Welpen entgegentreten müssen. Die Belehrung der Welpen soll lustvoll und nach den Regeln von Lob und Tadel erfolgen, wobei die negativen Einwirkungen stets wesensbezogen und individuell unterschiedlich erfolgen müssen.

Eine immer wieder gestellte Frage ist, was man denn eigentlich mit so jungen Hunden schon alles üben kann. Liebe Weidkameraden, ich sage euch, mehr als man glaubt!

 

Zunächst gilt es, den Spürtrieb und den Beute- und Bringtrieb weiterhin zielgerecht zu fördern. Die anfänglichen Minischleppen werden zunehmend länger und sollten im Laufe der Zeit nicht mehr frei, sondern an der Feldleine gearbeitet werden. Nachdem man beispielsweise eine fünfzig Schritt lange, gerade Futterschleppe mit einem faustgroßen Pansenstück über die Wiese gezogen und am Schluss den gefüllten Futternapf abgestellt hat, wird der Welpe ruhig am „Anschuss“ angelegt. Langsam und bedächtig wird nun die Arbeit auf der Spur vorgenommen. Jedes Abweichen von der direkten Schleppspur, und sei es auch nur einen Meter, wird mit einem „Nein“ und wenn notwendig mit einer Korrektur über die Feldleine quittiert. Richtiges Ver-halten, das heißt langsame, konzentrierte Arbeit direkt auf der Wittrungsbahn, wird behutsam gelobt. Namentlich bei sehr lebhaften Welpen ist es wichtig, mit möglichst kurzer Leinenführung zu arbeiten. Damit hat man eine leichtere Korrekturmöglichkeit und verhindert allzu weites Auspendeln. Auch ist unbedingt darauf zu achten, dass die Schleppen anfangs nur mit Nackenwind gelegt werden. Dadurch wird der Welpe veranlasst, seine Nase tief zu nehmen. Bei täglicher Übung können Welpen am Ende der Sozialisierungsphase gut 200 Schritt lange, mit zwei bis drei Haken versehene Schleppen arbeiten.

 

Auch die Beute- und Bringtriebförderung schließt an die in der Prägungszeit begonnene Aufbauarbeit an. Als Bringgegenstände eignen sich vor allem kleine Dummys und Apportierhölzer, die man wahlweise mit Fellstückchen oder Vogelschwingen umwickelt. Nachdem man den Welpen mit dem Beutestück richtig anreizt, wird dieses von ihm weggerollt oder -geworfen. Meist wird der richtig vorgeprägte Welpe ohne zu zögern dem Beuteobjekt folgen und fassen. Sollte dies nicht der Fall sein, muss man durch Mitspielen und Aneifern den Welpen dazu erst veranlassen. Unter Umständen kann ein Wechsel des Bringgegenstandes zum Erfolg führen. Wichtig ist, dass der Welpe, sobald er das Beuteobjekt fasst, durch Lob bestätigt wird. Nun gilt es, den apportierenden Hund heranzulocken. Am besten lockt man den Welpen mit freundlichen Hier- und Apportrufen unter gleichzeitigem Zurückgehen oder Verkleinern, d. h. sich niederzuknien. Kommt er zu uns, wird er überschwänglich gelobt. Das Apportl darf ihm jedoch nicht unter Zwang abgenommen werden, da diese Endhandlung die Bringfreude stark hemmen würde. Will ein Welpe den Bringgegenstand nicht abgeben, so lenke man ihn durch einen zweiten Apportiergegenstand oder durch einen Leckerbissen ab. Auch kann es vorkommen, dass ein Welpe zwar mit Leidenschaft den Gegenstand fasst, jedoch dann schnurstracks mit seiner „Beute“ davonläuft und uns hierauf aus sicherer Distanz heraufordernd ansieht. In solch einem Fall hüte man sich, diese Herausforderung anzunehmen und womöglich auf den Welpen zuzugehen. Das einzig Richtige wäre hier, den Welpen mit einem anderen Apportiergegenstand abzulenken oder ihn überhaupt zu ignorieren und den Spielplatz zu verlassen. Wie oft habe ich es schon erlebt, dass die Welpen zuerst etwas verdutzt schauen, dann aber im gestreckten Galopp ihrem Herrchen mit der Beute im Fang folgen – womit wir unser Ziel erreicht hätten.

 

Stubenreinheit, Leinenführigkeit und Sitz sind ebenfalls Übungen, die mit der achten Lebenswoche beginnen sollten. Mit etwas Geduld und Konsequenz sind diese Übungen wohl einfach zu lehren. Auch das Ablegen und das Laut geben werden in diesem Lebensabschnitt dem Welpen beigebracht. Das sichere, stundenlange Ablegen in jeder Lebenslage und bei allergrößter Ablenkung ist eine schwierige Leistung, die jedoch vom fermen Vollgebrauchshund verlangt werden muss. Meist wird dieses Fach mit dem „normalen Platz“ verglichen und damit in der Erziehung des Jagdhundes nur stiefmütterlich behandelt. Nachdem den Welpen der Befehl „Platz“ zum Begriff wurde, ist die Verweildauer in der Platzlage stufenweise zu verlängern. Man hüte sich von Anfang an den mit dem Kommando „Platz und bleib“ abgelegten Hund von der Ferne abzurufen, da es dann leicht zu Missverständnissen kommt. Vom Ablegen mit Abrufen, wie es in manchen Dressurbüchern gelehrt wird, halte ich nichts. „Platz und bleib“ heißt, dass der Hund so lange auf dem ihm zugewiesenen Plätzchen liegend verweilen muss, bis ihn sein Führer wieder abholt. Nach stufenweiser Verlängerung der Ablegedauer wird sich der Führer auch zeitweise aus dem Blickfeld des Welpen entfernen. Verschiedenste Ablenkungen sollten den Hund nicht veranlassen, seinen Platz zu verlassen. Nach mehrwöchigem Training werden die Welpen am Ende der Sozialisie-rungsphase so sicher im Ablegen, dass sie etwa 15 Minuten ohne Führerkontakt dicht nebeneinander an ihrem Platz verweilen. Natürlich kann es hin und wieder zu kleinen Pannen kommen. Man rege sich darüber gar nicht auf, sondern hole dann den kleinen Ausreißer mit aller Ruhe auf seinen Platz zurück. Nie gehe man drohend auf seinen Welpen zu, um kein Meideverhalten auszulösen.

Bild: Jagdhundefrüherziehung - Prüfungsfrage bei den Jägerprüfungen
Labradorwelpen bei der Stizübung
Bild: Früherziehung von Welpen - Jagdhundeausbildung gehört zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung
Vor allem wenn der Welpe schon seinen ersten Bewegungsdrang gestillt hat fällt das "Liegenbleiben" leichter

Das Lautgeben auf Kommando ist eine leicht zu lehrende Übung. Voraussetzung sind ein knurrender Magen beim Welpen und Geduld beim Führer. Bei der Erziehung zum Lautgeben wird dem hungrigen Welpen unter gleichzeitigem Kommando der Leckerbissen so lange vorenthalten, bis er sich meldet. Anfangs genügt der leiseste Winsler und der Hund wird bestätigt. Hat der kleine Nimmersatt einmal begriffen, dass es das Häppchen nur dann gibt, wenn er artig sitzt und bellt, kann man die Verbelldauer stufenweise verlängern. Diese Übung ist gleichzeitig die erste Stufe auf dem langen Weg zum Totverbellen.

 

In der Rangordnungsphase und noch stärker in der ihr folgenden Rudelordnungsphase (5. und 6. Lebens-monat) hat der heranwachsende Hund ständig das Bestreben, seinen eigenen Rang innerhalb des „Mensch-Hunde-Rudels“ zu verbessern. Unaufhörlich wird in dieser Zeit die Autorität des Führers getestet. Einzig und allein die disziplinierte, konsequente, ruhige und selbstsichere Belehrung und Erziehung vermögen es, im Junghund ein Führerbild zu schaffen, das er ein ganzes Hundeleben lang zu akzeptieren bereit ist. Die viel zitierte und oft falsch interpretierte „Gefolgschaftstreue“ des Hundes ist meiner Meinung nach nichts anderes als das Ergebnis richtiger Behandlung in seinem ersten Lebensjahr, vor allem aber in der Rangordnungs- und Rudelordnungsphase.


In der 13. bis 16. Lebenswoche soll nebst der Fortsetzung der oben geschilderten Triebförderung die angewölfte Vorsteheigenschaft unserer Vorstehhundewelpen kontrolliert werden. Hierzu bediene man sich der Übungsangel. Dieses äußerst nützliche Gerät besteht aus einem ca. drei Meter langen Stock, an dessen Ende eine etwa gleich lange Schnur angebracht ist. An dieser Schnur kann dann das Beuteobjekt befestigt werden. Zur gewohnten Spielzeit wird der Welpe mit der Hetzangel zum Hetzen des Beuteobjektes gereizt. Anfangs lässt man ihn bald seine Beute fassen. Nach ein paar erfolgreichen Fangspielen wird während der Hetze das Beuteobjekt plötzlich zum Stillstand gebracht. Auf diese Weise stehen fast alle gut veranlagten Welpen dem Beuteobjekt auf Sicht vor, was natürlich gleich mit einem behutsamen „Hüt“ und „Ruhe“ gelobt wurde. Nach längerem Vorstehen geht mit einem aufreizenden „Fass“ die Hetze weiter, die schließlich mit Beutemachen beendet wird. Ergänzend sei noch gesagt, dass die Vorsteheigenschaft in unterschiedlich starkem Maße angewölft ist. Es kann auch vorkommen, dass diese Eigenschaft erst wesentlich später durchbricht, was jedoch nichts über die endgültige Vorstehleistung des Vollgebrauchshundes auszusagen hat.

Bild: Jagdhundeausbildung - Vorstehen an der Hetzangel - ein Prüfungsfach bei der Jungjägerprüfung
13-wöchiger DD-Welpe "Bit von Brühlwald" (Züchter: Werner Ch. Leitner) beim Vorstehen an der Hetzangel

Die Rangordnungsphase ist meiner Meinung nach der späteste Zeitpunkt, um den Welpen an das Wasser zu gewöhnen. Ideal für dieses Vorhaben ist ein Flachwasser, das nur allmählich tiefer wird. Ob die Ge-wöhnung ans Wasser über den Beutetrieb mit Apportl und Hetzangel oder aber über den Meutetrieb mit Führer, Mutterhündin und Wurfgeschwistern geschieht, ist einerlei. Man hüte sich jedoch, den Welpen unter Zwang ins Wasser zu bringen.

 

Mit Beendigung der Rangordnungsphase sollten wir die Welpen durch Prägung und Erziehungsarbeit bereits auf die konsequente Arbeit in der Rudelordnungsphase vorbereitet haben. Vor allem Spürtrieb und Beute- und Bringtrieb müssen ausgeprägt vorhanden sein, da diese Triebe die Grundlage für die weitere Aufbauarbeit sind. Auch sollten die Hunde in diesen zwei Lebensabschnitten ihr späteres Einsatzgebiet, nämlich Feld, Wald und Wasser, und das dort lebende Wild kennengelernt haben.

Bild: Jagdhundeabrichtung - Wasserarbeit - Ein Prüfungsgebiet bei der Jägerprüfung Graz und Graz-Umgebung
"Chione" mit 16 Wochen - die Wasserfreude ist gefestigt


In der Rudelordnungsphase (5. und 6. Lebensmonat) testet der bereits zum Junghund herangereifte Welpe seine Stellung im „Mensch-Hunde-Rudel“ ständig. Befehle werden ignoriert, bereits erlernte Kommandos überhört. Einzig und allein die autoritäre und konsequente Erziehung verdeutlicht dem Junghund, wer in dieser Meute der Herr ist. Auf die korrekte und rasche Ausführung der von uns gegebenen Befehle sei von nun an größtes Augenmerk gerichtet. Befehle werden befolgt oder erst gar nicht gegeben, wenn man ihre Durchsetzung nicht erreichen kann.

Besonders bei hochrangigen und dominanten Tieren sei auf eine kompromisslose Unterordnung Wert gelegt. Aktive Auflehnung gegen den Führer, die bei sehr dominanten Hunden vorkommt, muss mit Vehemenz erwidert werden. Nachsichtigkeit wird in diesem Fall als Schwäche ausgelegt und führt zu schwerwiegenden zukünftigen Dominanzproblemen.

 

Spürtrieb und Beute- und Bringtrieb sind in den vorhergegangenen Lernabschnitten so weit gefördert worden, dass unsere Junghunde mehrere Hundert Meter lange Futterschleppen arbeiten und das geworfene Apportl zuverlässig und freudig bringen. In Hinblick auf die Schweißarbeit sollten wir die Schleppenlänge und auch die Stehzeit sukzessive vergrößern, die Futterschleppen auch in den Wald verlegen und am Ende der Schleppe nebst Futternapf auch eine Rehdecke oder dergleichen ablegen. Bei diesen Arbeiten wird der Junghund vor dem „Anschuss“  mit Schweißhalsung und - riemen abgelegt. Nach symbolischer Untersuchung des „Anschusses“ wird der Hund mit einem ruhigen „Such verwundt“ am Fährtenbeginn angelegt. Diese Arbeiten bringen für den Lehrling nicht viel Neues und werden daher in der Regel problemlos bewältigt. Die anfänglichen Schleppenfährten werden nun durch Spritz- oder Tupffährten ersetzt. Ab nun lege ich allergrößtes Augenmerk auf die Stehzeit dieser künstlichen Schweißfährten. Von Anfang an sollte man danach trachten, dass der Hund sich nur anhand der Schweißspuren orientiert. Dazu ist es notwendig, die Stehzeit so zu wählen, dass jegliche Witterung des Fährtenlegers verschwunden ist. Meiner Erfahrung nach ist die von manchen Autoren in ihren kynologischen Fachbüchern angegebene Stehzeit von drei oder vier Stunden viel zu wenig. Mit meiner DD-Hündin „Grit von Rauhhaar“, die eine erfolgreiche Fährtenhundeausbildung auf Menschenspuren im Österr. Verein für Deutsche Schäferhunde durchgemacht hatte, habe ich diesbezüglich mehrere Kontrollen durchgeführt und es zeigte sich, dass selbst Menschenfährten mit Stehzeiten über die Nacht noch gemeistert werden können. Dies ist der Grund, weshalb ich auch für die Einarbeitung auf der künstlichen Schweißfährte lieber mehr Schweiß verwende, als eine Stehzeit von unter zehn Stunden zu wählen.

Bild: Jagdhundeausbildung - Schweißarbeit - bei der praktischen Ausbildung der Jäger ein Teil unseres Jagdkursprogrammes
Ansetzen am "Anschuss" - bereits mit Schweißriemen
Bild: Schweißarbeit - ein Teil der praktischen Jagdhundepräsentation im Rahmen unseres Jagdkurses
Beim "Stück" wartet auch eine volle Futterschüssel - für diesen Junghund die richtige Motivation


Die anfänglichen Futterschleppen werden im Laufe der Zeit durch echte Arbeitsschleppen ergänzt. Die Feldleine wird nicht mehr fix an die Halsung gebunden, sondern so geführt, dass man beide Enden in der Hand hält. Wenn der Hund richtig und ruhig auf der Spur arbeitet, wird das eine Ende der Feldleine fallen gelassen und so der Hund fast unmerklich freigegeben. Am Ende der Schleppe angekommen, wird der nun frei arbeitende Hund beim Aufnehmen des Schleppengegenstandes durch Lob bestätigt. Gleich-zeitig läuft man schnell zum Schleppenbeginn zurück, wo man dann den ankommenden Hund freudigst empfängt.

 

Spätestens bei diesem Leistungsstand ist der Zeitpunkt gekommen, um ein korrektes Halten und Ausgeben des Bringgegenstandes zu üben. Zunächst werden diese Übungen getrennt von der Beute- und Bringtriebförderung durchgeführt. Dies ist deshalb von größter Bedeutung, da eine Koppelung an die Bringtriebförderung eine Hemmung dieser Triebe zur Folge haben kann. Ein leichter Apportiergegenstand (nicht jedoch jener, mit dem bis dato die Bringtriebförderung durchgeführt wurde) wird zu diesen Übungszwecken dem zuvor angeleinten Hund mit ruhigem und sicherem Griff unter gleichzeitigem Kommando  – z. B. „Halten“ in den Fang geschoben. Sollte der Hund den Fang nicht öffnen wollen, hilft man mit einem dem Wesen des Hundes entsprechenden Lefzendruck etwas nach. Nun muss der Lehrling den Gegenstand so lange im Fang dulden, bis man diesen wieder mit einem „Aus“ abnimmt. Anfängliche Versuche, das Apportl gleich wieder auszulassen, werden mit einem Griff über und unter den Fang verhindert. Mit etwas Geduld und Einfühlungsvermögen wird jeder Hund in wenigen Tagen das Bringholz dulden. Beim Ausgeben achte man von Anfang an, dass einzig und allein das gesprochene „Aus“, nicht jedoch das Berühren des Bringgegenstandes der Anlass zum Ausgeben ist. Einer ungewollten Verknüpfung entgegnet man vorzeitig dadurch, dass man das Apportl öfters berührt, ohne es ausgeben zu lassen. Nur das Lautzeichen „Aus“ darf den Hund veranlassen, den Fang zu öffnen. Nach korrekter Durchführung spare man nicht mit Lob. Erst nach mehrwöchiger Übungszeit, wenn das Halten und korrekte Ausgeben zur Selbstverständlichkeit wurden und der Hund daher auch keinerlei Anzeichen von Einschüchterung zeigt, verbindet man diese Gehorsamsübung mit den Schleppenarbeiten und allen anderen Bringübungen.

Bild: Jagdhundeabrichtung - Vorbereitung für die Jägerprüfung
Dulden des Apportiergegenstandes
Bild: Vorbereitung auf die Jungjägerprüfung
Halten des Gegenstandes
Bild: Jagdhundewesen -Vorbereitung auf die Aufsichtsjägerprüfung
Bringen des Gegenstandes
Bild: Jagdhundeausbildung - Bringen - Fach bei der Jägerprüfung und Aufsichtsjägerprüfung
Selbst bei Berührungen des Apportels hat der Hund den Gegenstand zu halten


Zur Vorbereitung auf die Freiverlorensuche werden die Bringübungen mit dem geworfenen Apportl in zunehmend schwierigeres Gelände verlegt. Hohes Gras, Jungkulturen und Schilf lassen das geworfene Bringholz aus dem Blickfeld des Hundes verschwinden und zwingen ihn somit zum Nasengebrauch. Erst mit zunehmendem Einarbeitungsgrad, wenn der Hund die Bedeutung des „Such verloren apport“ kennt, geht man über, den Apportiergegenstand wegzuwerfen, ohne dass es der Hund beobachten kann. Diese Übungen sind unbendingt mit Stirnwind zu machen, der es dem Hund ermöglicht, rasch zum Erfolg zu kommen.

Bild: Jagdhundeausbildung - Jagdhundepräsentation im Jagdkurs
Der Junghund wir zur Freiverlorensuche geschickt


Am Ende der Rudelordnungsphase werden die Junghunde allmählich vermehrt an Wild gebracht. Meist zeigen sie in diesem Alter schon viel Passion auf der Hasenspur. Wie die Schleppenarbeit wird in Zukunft auch die Hasenspur an der Feldleine langsam und ruhig gearbeitet. Man hüte sich vor allzu schnellem Schnallen, da dadurch die Junghunde zu Dufthetzen mit halbhoher oder sogar hoher Nase veranlasst werden und die ruhige und bedächtige Spurarbeit mit tiefer Nase darunter leidet. Die ersten Entenschwimmspuren werden gearbeitet und die systematische Feldsuche bei den Vorstehhunden gefördert. Ganz allmählich erfolgt im Alter von neun bis elf Monaten ein kontinuierlicher Übergang zum letzten Lernabschnitt, der Abrichtung. Die im zeitigen Frühjahr gewölften Welpen können somit in den Wintermonaten der weiteren Dressur unterzogen werden. Sorgfältigste Haltschulung bei Vorstehhunden und korrekter Apport leiten neben anderen Gehorsamsübungen bei mir die Dressur ein, die – trotz der optimalen Vorbereitung der Welpen in den vergangenen Monaten – peinlichst genau vorgenommen wird. Dominanzprobleme werden während der Dressur nicht auftreten, und auch die Zwangseinwirkungen lassen sich in einem minimalen Maße halten. Im Alter von zwölf bis 14 Monaten hat dann unser zum Hans herangewachsenes Hänschen bereits ein relativ hohes Ausbildungsniveau erreicht, das es im ersten und zweiten Feld noch zu festigen gilt. Vor allem der Übergang in die Parxis ist mit Fingerspitzengefühl zu machen. Krönender Abschluss der langen Ausbildung sollte die Vollgebrauchsprüfung sein.


Nachbars Hans, der zwar bis zum ersten Lebensjahr eine freie und unbekümmerte Hundejugend hatte, wird erst jetzt erstmals mit dem „Ernst des Lebens“ konfrontiert werden, wodurch starke Einwirkungen häufig nötig sind. Ein Unterfangen, das man sich erspart, wenn man das erste Lebensjahr seines Hundes optimal nützt – denn „was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“.

Mf Werner Ch. Leitner

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Biber in der Südsteiermark

Die drei semiaquatisch lebenden Nagetiere Biber, Nutria und Bisam besiedeln unsere Wasserreviere. Für uns Jäger Grund genug, genauestens darüber Bescheid zu wissen, zumal der Biber streng unter Naturschutz steht, während Nutria und Bisam bejagbar sind.


von Werner Ch. Leitner

Historie

Der Europäische Biber war einst eine weit verbreitete heimische Art. Aufgrund seines begehrten wasserabweisenden Balges, aber auch wegen des Wildbrets und des von ihm produzierten Bibergeils, eines Sekrets, dem potenzfördernde und heilende Wirkung zugeschrieben wurde, verfolgte der Mensch diesen größten heimischen Nager rücksichtslos. In alten Kochbüchern wurde den Gerichten aus Biberfleisch umfangreich Platz geboten, da er als wasserlebendes Tier von der katholischen Kirche als Fastenspeise den Fischen gleich erlaubt war.  Die ständig verbesserten Jagd- und Fangmethoden brachten den Biber bereits um 1850 an den Rande der Ausrottung der letzte österreichische Biber wurde im Jahr 1869 getötet.

Mehr als 100 Jahre galt diese Art dann bei uns als ausgestorben, bis man im Jahr 1976 mit einer Wiederansiedlung begann. Zwischen 1976 und 1982 wurden in den Donauauen östlich von Wien 45 vorwiegend aus Polen stammende Biber ausgewildert. Nach ca. zehn Jahren hat sich dieser kleine Anfangsbestand bereits verdoppelt, in der Folge gut vermehrt und entlang der Wasser-wege weiterverbreitet. Diese Dispersionen erstreckten sich nicht nur auf Donau und March, sondern auch auf viele andere Gewässer Niederösterreichs. Die Verbreitung Richtung Westen erfolgt bereits vor zwei Jahrzehnten. Ebenfalls wurden Biber in Oberösterreich und Salzburg wieder angesiedelt bzw. sind aus Bayern eingewandert und eroberten auch dort ihre Lebensräume zurück. Diese westliche Population im Inn-Salzachtal verschmolz 2003 mit der östlichen Population mit einer Gesamtzahl von ca. 2.000 Individuen. Bereits 2006 wird der österreichische Biberbestand auf ca. 3.000 Tieren geschätzt Tendenz steigend! Heute gibt es den Biber auch in Vorarlberg und Tirol, Kärnten, Burgenland und in der Steiermark.

Der Kanadische Biber, der anfänglich auch ausgewildert, später dann jedoch wieder eingefangen wurde, scheint offensichtlich verschwunden zu sein.

Vorkommen in der Südsteiermark

In der Südsteiermark mehren sich in letzter Zeit die Biberbeobachtungen durch Jäger und Fischer. Dieser Biberbestand er dürfte von Zuwanderungen aus Slowenien stammen vermehrt sich in unseren Gewässern stetig und besiedelt mittlerweile nicht nur die Mur, sondern auch die Lasnitz und Kainach, aber auch andere Gewässer. Entlang der Mur ist der Biber mittlerweile von Spielfeld bis nach Wildon, aber auch weiter Richtung Norden anzutreffen. 

Morphologie und Anatomie

In der Familie der Biberartigen werden zwei Arten, nämlich der Europäische (Eurasische) Biber (Castor fiber) und der Nordamerikanische Biber (Castor canadensis), unterschieden.

 Mit ca. 20 bis 30 kg ist der europäische Biber der größte wasserlebende Nager. Charakteristisch für ihn ist der meist braune Balg, der mit ca. 20.000 Haaren pro Quadratzenti-meter das Tier vor Auskühlung und Nässe schützt. Ebenfalls charakteristisch ist sein ca. 15 cm breites, abgeplattetes, haarloses Ruder, das in unserer Weidmannsprache als Kelle bezeichnet wird. Sie dient einerseits als Steuerruder zum Auf- und Abtauchen, andererseits als Fettspeicher und zur Temperatur-regulation. Die vollständigen Schwimmhäute zwischen den Zehen der Hinterläufe dienen der Fort-bewegung im Wasser. Ohren und Nase sind bei seinen Tauchgängen, die bis zu ca. 15 Minuten dauern können, verschließbar.

Die mächtigen Nager sind wurzellose Zähne und nur im vorderen Bereich mit Zahnschmelz umgeben

Nutrias haben einen runden Ruderquerschnitt und an den Hinterläufen unvollständige Schwimmhäute

Achtung Verwechslungsgefahr

Selbstverständlich steht der Biber eine Wildart nach dem Steiermärkischen Jagdgesetz 1986 unter Naturschutz und ist ganzjährig geschont. Für den in Wasserrevieren jagenden Jäger ist es dennoch von größter Bedeutung, über ihn gut informiert zu sein, denn bei der Jagd auf Bisam und Nutria besteht Verwechslungsgefahr der drei semiaquatisch lebenden Arten, da immer auch mit Jungbiber zu rechnen ist. Als wichtigste Regel gilt wie bei jeder Schussabgabe: Der Finger bleibt gerade, wenn nicht einwandfrei und hundertprozentig sicher angesprochen wurde!

Wodurch unterscheidet sich nun Bisam, Nutria und Biber?

Der Bisam (Ondatra zibethicus), aus Nordamerika stammend, ist mit einem Gewicht von ca. 1,5 Kilo der kleinste im Bunde. Sein Fell ist kastanienbraun, sein Ruder ist seitlich abgeflacht und nahezu nackt. Er besitzt keine Schwimmhäute und seine obere Kopf-Rücken-Becken-Region ist beim Schwimmen stets deutlich oberhalb der Wasserlinie.

Der Nutria (Myocastor coypus), aus Südamerika stammend, steht mit ca. 10 Kilo gewichtsmäßig zwischen Bisam und Biber. Sein Fell ist meist graubraun es gibt jedoch sehr viele Farbvarianten von Hellgrau bis Schwarz, Hell-cremefärbig bis fast Schneeweiß. Sein Ruder hat einen kreisförmigen Querschnitt und ist nur mäßig behaart. An den Hinterläufen finden sich unvollständig entwickelte Schwimmhäute und seine obere Kopf-Rücken-Becken-Region ist beim Schwimmen ebenfalls oberhalb der Wasserlinie. Darüber hinaus findet man beim Nutria die sehr auffälligen weißen Sinneshaare (Vibissen), die Bisam und Biber fehlen.

Der Biber ist mit ca. 20 bis 30 Kilo der Größte. Beim Schwimmen mit deutlichem Vortrieb ist nur mehr der obere Kopfteil zu sehen der restliche Körper liegt hierbei nahezu gänzlich unter der Wasserlinie. Aber Achtung: Wenn das Tier im Wasser ruhig liegt und kein Vortrieb erzeugt wird, ist die Rückenlinie auch beim Biber zu sehen. 

Bisam

Beim Bisam (links) und Nutria (unten) – beide sind in der Steiermark bejagbar – liegt die Kopf-Rücken-Becken-Region beim Schwimmen stehts oberhalb der Wasserlinie. Beim Nutria sind die weißen Sinneshaare meist deutlich sichtbar.

 Nutria

Biologie und Ökologie

Biber leben gesellig in kleinen Sippen, die meist aus den beiden Elterntieren sowie den Jungen und den Jungen des Vorjahres bestehen. Das Territorium einer Sippe erstreckt sich je nach Habitatqualität auf ca. ein bis drei Kilometer Flusslänge. In ihren Territorien errichten sie ihre Wohnbauten (Erdbau, Mittelbau, Biberburg) und mancherorts auch ihre Dämme, die zur Wasserstandsregulierung dienen. An der Mur finden sich überwiegend Erdbauten, da für den Bau von Biberburgen die Strömung vielerorts zu hoch ist. Die Einfahrten zu den Wohnbauten liegen unter dem Wasserspiegel, sodass diese nur bei extremem Wassermangel zum Vorschein kommen. Von der Einfahrt führt der Gang zum höher gelegenen Kessel, der als Tagesunter-schlupf und zur Jungenaufzucht dient.

 Spätestens mit der Geschlechtsreife, die ab dem dritten Lebensjahr einsetzt, müssen die Tiere ihre Sippe verlassen und eigene Territorien beziehen. Dabei kommt es teilweise zu weiten Migrationsbewegungen von vielen zig Kilometern. Die Territorien werden durch Geruchs-marken abgegrenzt. Das Sekret für diese Geruchsmarkierung kommt aus einer Drüse aus dem Analbereich und wird als Bibergeil bezeichnet. Die Hauptpaarungszeit ist im Jänner und Februar und nach einer ca. 105-tägigen Trächtigkeit werden zwei bis vier behaarte und sehende Jungbiber gebracht. Nach einer Säugezeit von rund zwei Monaten ernähren sich die Jungbiber auch durch von den Elterntieren herangebrachte Nahrungspflanzen.

Nahrung

Als reiner Pflanzenfresser und Nahrungsgeneralist ernährt sich der Biber von vielen verschiedenen krautigen Pflanzen und Gräser des Uferbereiches, aber auch von diversen Wasserpflanzen. Vor allem in der kalten Jahreszeit spielen ufernahe Gehölze, deren Rinde und Knospen verzehrt werden, eine große Rolle. Welche Gehölze vorrangig genutzt werden, hängt einerseits von der Verfügbarkeit, andererseits von bestimmten Vorlieben der einzelnen Individuen bzw. Sippen ab. Vorrangig werden diverse Weiden- und Pappelarten, aber auch Eschen, Buchen, Vogel- und Traubenkirschen, ja sogar Fichten und Kiefern genutzt. Unbeliebte Gehölze sind vor allem die Erlenarten, aber auch Linden, Rosskastanien sowie Pfaffenhütchen und Faulbaum. Meist nutzt der Biber Gehölze mit einem geringen Stammdurchmesser, jedoch werden auch manchmal starke Bäume gefällt. Während Gehölze mit geringem Durchmesser mit einem schrägen Schnitt gefällt werden, sind die Fällungsschnitte im Starkholz mit der typischen Sanduhrform durchgeführt. An starken Stämmen nagt der Biber häufig in gewissen Etappen, die sich über mehrere Tage hinwegstrecken können. Nach dem Fällen des Gehölzes verzehrt der Biber die feine Rinde der Zweige des Kronenbereiches sowie deren Knos-pen. Auch transportiert er die zerlegten Kronenäste zu Wasser und legt damit Nahrungsflöße als Wintervorrat an.

„Fällungsschnitte im Starkholz“ weisen die typische „Sanduhrform“ auf

Biberfraßspuren im Mais – die einzelnen Pflanzen sind großteils bodennah abgeschnitten

Maispflanze vom Biber "geschnitten".

Biber in der Kulturlandschaft

Selbstverständlich führt die Neubesiedelung durch den Biber in unserer Kulturlandschaft auch zu Problemen. Unterminierte Ufer-bereiche und ufernahe Wege brechen durch seine Wühltätigkeit ein, die Nutzung von Gehölzen führt zu Interessenkonflikten mit den Wald-eigentümern, und Fraßschäden an landwirtschaftlichen Kulturen, wie z. B. Maisfeldern, erzürnen so manchen Bauern. Auch so manche ackerbaulich genutzte Fläche wurde durch die Errichtung von Biberdämmen überschwemmt, was zum Totalausfall führen kann.

Nachdem der Biber nach dem Anhang IV der FFH-Richtlinie geschützt ist und natürlich keine Schusszeit hat, sind auch die Schäden durch den Biber vom Jäger nicht ersatzpflichtig!

 

Betrachtet man die Lebensweise des Bibers genauer, so wird deutlich, dass nur dort Probleme auftreten, wo der Mensch durch die Landnutzung zu stark in die Natur eingegriffen hat.

Oberirdische Ausfahrt eines Biberbaues

 Biberwechsel an der Mur


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Kennzeichnungspflicht und Meldepflicht von Wildkameras

Neben den "klassischen" Videokameras zur Überwachung von Gebäuden gibt es auch Kameras, die für den Einsatz im Wald oder auf Bergen, entwickelt wurden. Diese Kameras nennt man Wildkameras.


Meldepflicht und Kennzeichnungspflicht

Nach weitläufiger Rechtsmeinung unterliegen Wildkameras - falls auf dem aufgenommenen Bildmaterial Personen identifiziert werden könnten, selbst auch wenn dies nicht beabsichtigt sein sollte, der MeldepflichtDie Meldung hat an die Datenschutzbehörde zu erfolgen.

Weiters ist eine Wildkamera auch zu kennzeichnen. Die Frage, in welcher Weise eine Kennzeichnung vorzunehmen ist, ist einzel­fall­bezogen zu beurteilen. Dabei ist insbesondere auf die Beschaffenheit des Reviers bzw. die Begehungs­möglichkeiten durch Personen Rücksicht zu nehmen. Auch ist zu berücksichtigen, dass Personen, die sich einem überwachten Bereich nähern, tunlichst die Möglichkeit haben sollten, diesem auszuweichen. Aus daten­schutz­rechtlicher Sicht sollte der überwachte Bereich jedenfalls auf das unbedingt notwendige Ausmaß reduziert werden.

Werner Ch. Leitner

Wildkameras: melde- und kennzeichnungspflichtig

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